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Sie schienen neue Staatsgrenzen zu werden. Schlagbäume und Grenzkontrollen
mitten im Land waren etwas Ungewohntes. Anfangs konnte man bei der Grenzkontrolle
einem sprachunkundigen französischen Kolonialsoldaten anstelle eines Passierscheins
ein beliebiges Ausweispapier zeigen. Er konnte dies ja doch nicht lesen.
Später ging es nicht mehr so einfach. Noch im Jahr 1948 benötigte man
einen aus sechs Seiten bestehenden Interzonenpaß,
um aus der amerikanischen in die französische Zone und umgekehrt reisen
zu können. Das Formular in englischer, französischer, russischer und deutscher
Sprache spiegelt die Situation des geteilten Deutschland nach 1945 wider.
Selbst innerhalb der Besatzungszonen gab es Abgrenzungen. Dies läßt sich
an den damals gültigen Briefmarken ablesen.
Bei einer Fahrt durchs obere Donautal zum Beispiel mußte man aufpassen.
Man befand sich zwar immer in der französischen Besatzungszone, aber nicht
immer in demselben Land. Eine Ansichtskarte, gekauft in Beuron (Württemberg-Hohenzollern),
freigemacht mit einer Briefmarke dieses Landes, aber ein paar Kilometer
weiter in Hausen im Tal (Baden) in den Briefkasten geworfen, galt als
nicht freigemacht. Am Zielort Stuttgart mußte deshalb Strafporto bezahlt
werden.
Während im übrigen deutschen Gebiet von 1946 an einheitliche Briefmarken
mit einfachen Ziffern herausgegeben wurden, galten in der ganzen französischen
Zone besondere Briefmarken mit den Wappen der geschichtlichen Bestandteile.
Von 1947 bis 1949 gab es sogar besondere
Serien für die einzelnen Länder: Baden, Württemberg (-Hohenzollern)
und Rheinland-Pfalz.
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