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Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialistische Deutsche
Arbeiterpartei (NSDAP) im Jahr 1933 blieben die Ländergrenzen zunächst
unverändert. Das Land Baden, das Land Württemberg und die Hohenzollerischen
Lande (der Regierungsbezirk Sigmaringen) bestanden weiter, allerdings
mit viel weniger Selbständigkeit dem Reich gegenüber. Es gab keine Landtage
mehr, weder in Karlsruhe noch in Stuttgart. Die Landesregierungen konnten
jetzt Gesetze ohne die Zustimmung der Volksvertretung erlassen. Sie selbst
waren jedoch nur Außenstellen der Reichsregierung in Berlin.
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Die NSDAP schuf zwei Gaue: den Gau Baden und den Gau Württemberg-Hohenzollern.
Dies war im Grunde genommen schon ein kleiner Schritt zur Vereinheitlichung
des deutschen Südwestens. Die Gauleiter (Robert Wagner in Baden und Wilhelm
Murr in Württemberg) waren zugleich Reichsstatthalter, also Bevollmächtigte
der Reichsregierung. Sie konnten den Landesregierungen Weisungen erteilen.
Wichtig waren die von 1933 an entstandenen Reichsautobahnen, die
als künftige Militärstraßen gedacht waren. Sie galten als die große sichtbare
Aufbauleistung des Dritten Reiches, die mithalfen, die Zahl der Arbeitslosen
zu vermindern. Die Pläne dazu waren allerdings längst vor der Regierung
Hitlers dagewesen.
Im Schatten der Machtergreifung begann der Terror - vor lauter
Begeisterung über den politischen Neuanfang von der Mehrheit der Bevölkerung
jedoch wenig beachtet. Gegner der Nationalsozialisten wurden in die ersten
Konzentrationslager gebracht, in Baden nach Kislau und Ankenbuck, in Württemberg
auf den Heuberg, auf den Kuhberg bei Ulm und nach Welzheim oder nach Dachau
in Bayern. 1944 entstanden als Außenkommandos des Konzentrationslagers
Natzweiler/Elsaß weitere Arbeitslager bei Rüstungsbetrieben, zum Beispiel
in der Nähe von Balingen (Ölschieferwerke) und Mosbach. Jetzt konnte die
Bevölkerung erstmals gelegentlich die Arbeitssklaven in ihren gestreiften
Anzügen sehen. Die Vernichtungslager im Osten blieben unbekannt.
Den meisten Menschen ging es nach 1933 wirtschaftlich besser als in den
vier Jahren davor. Viele bekamen wieder Arbeit, und ihre Arbeitsplätze
schienen sicher zu sein. Einer zahlenmäßig kleinen Gruppe ging es jedoch
immer schlechter: den jüdischen Mitbürgern (1933 waren es 30941). 1933
wurden die Juden als "Volksschädlinge" bekämpft, 1935 unter minderes
Recht gestellt und nicht mehr als deutsche Staatsbürger anerkannt. 1938
wurden ihre Gotteshäuser angezündet und ihre Geschäfte zertrümmert. In
mehreren Schüben verschwanden 1935-1940 die Juden aus Deutschland, zunächst
als "Auswanderer" nach Frankreich, USA und nach Israel. Von 1941 an begannen
die Machthaber, die Juden in den Vernichtungslagern im Osten zu ermorden.
Die vor 1933 vorhandenen jüdischen Gemeinden gab es nicht mehr.
Eine andere unerwünschte Gruppe von Menschen waren geistig und körperlich
Behinderte. Auch sie wurden getötet, z.B. in Grafeneck. Auch die Zigeuner
galten als rassisch minderwertig. Sie erlitten das gleiche Schicksal wie
die Juden.
Der Aufschwung der Wirtschaft war zugleich Vorbereitung für den Krieg.
Für alle sichtbar entstanden viele neue Kasernen und etwa 40 Militärflugplätze.
Am Rhein entlang wurde 1938/39 der Westwall gebaut (630 km von Aachen
bis zur Schweizer Grenze).
1939 brach der Krieg aus. Es kam keine Begeisterung auf wie 1914, aber
die anfänglichen Erfolge (1939 Polen und 1940 Frankreich) erregten Bewunderung.
Am Oberrhein schien mit der Angliederung des Elsaß 1940 ein alter Wunsch
in Erfüllung zu gehen. Der Gau Baden hieß jetzt Gau Baden-Elsaß. Der Gauleiter
von Baden war zugleich Chef der Zivilverwaltung im Elsaß.
Im Krieg gegen Rußland kam es seit 1942 zu schweren Niederlagen. Langsam
verlagerte sich die Front auch in die Heimat. Wegen der Luftangriffe
waren vor allem die Menschen in den größeren Städten in ständiger Lebensgefahr.
Getroffen von den Bomben wurden Mittelpunkte der Kriegsrüstung, aber auch
alte Stadtkerne wie in Freiburg, Heilbronn und Ulm. Zu den Gefallenen
aus Baden und Württemberg an der Front (285 000) kamen die Opfer des Luftkriegs
(40000). Opfer des Krieges, oft Todesopfer, waren auch die vielen Kriegsgefangenen
und Fremdarbeiter, die in der Rüstungsindustrie und in der Landwirtschaft
arbeiten mußten.
Von 1944 an war die Niederlage abzusehen. Im November drangen amerikanische
Truppen plötzlich bis Straßburg vor und standen auf dem linken Rheinufer.
Erst Ende März und Anfang April 1945 überschritten amerikanische und französische
Truppen den Rhein in Nordbaden. Zu schweren Kämpfen mit Zerstörungen kam
es vor allem zwischen Heilbronn und Crailsheim und bei Freudenstadt. Parteifunktionäre
und SS-Einheiten versuchten an einigen Stellen, durch sofort vollstreckte
Todesurteile an Bürgern, die sich sinnlosen Verteidigungsmaßnahmen entgegenstellten,
den Widerstand zu festigen. Im hohenlohischen Dorf Brettheim zum Beispiel
wurden drei Bürger am Eingang zum Dorffriedhof aufgehängt, weil sie Hitlerjungen
die Panzerfäuste weggenommen hatten. Bis 30. April waren ganz Baden, Württemberg
und Hohenzollern besetzt.
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