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Die Thesen Martin Luthers und seine Schriften ließen nach 1517 niemanden in Deutschland unberührt. Sie ließen sowohl jene aufhorchen, die sich ernsthaft um ein gläubiges Leben mühten, als auch jene, die in den Aussagen des Mönchs Angriffe auf bestehende Ordnungen wie Papsttum und Kaisertum entdeckten. |
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Die Karte zeigt die Konfessionsverteilung in Südwestdeutschland um 1580.
Schon ein halbes Jahr nach der Veröffentlichung der Thesen legte Martin
Luther diese in Heidelberg öffentlich dar. An dem Gespräch
nahmen viele, später führende Reformatoren teil wie Martin Bucer (später
Reformator in Straßburg), Johannes Brenz (später Reformator in Schwäbisch
Hall und Stuttgart) und Erhard Schnepf (später Reformator im nördlichen
Württemberg). Wie Luther verließen Mönche ihre Klöster und schlossen sich
der beginnenden evangelischen Bewegung an; so auch Ambrosius Blarer, Reformator
in Konstanz und Oberschwaben. Den gebietsmäßig größten Zuwachs erhielt die evangelische Bewegung durch die Reformation Württembergs. Herzog Ulrich von Württemberg lebte seit 1519 in seiner Grafschaft Mömpelgard. Er war wegen persönlicher Schuld und umstrittener Übergriffe auf nichtwürttembergische Besitzungen aus seinem Herzogtum vertrieben worden. In Basel kam Herzog Ulrich mit der Reformation in Berührung. Im Mai 1534 gelang ihm unter Mithilfe anderer evangelisch gewordener Fürsten die Rückeroberung seines Landes. Entgegen den Absprachen mit dem katholischen Königs- und Kaiserhaus machte er sich unverzüglich an die Einführung der Reformation. Erhard Schnepf und Ambrosius Blarer waren seine führenden Reformatoren. Eine Kirchenordnung, die den Predigtgottesdienst vorsah und den Katechismus von Johannes Brenz übernahm, sowie die Errichtung einer Schule für den theologischen Nachwuchs ergänzten das reformatorische Tun Herzog Ulrichs von Württemberg. Seit 1519 war Karl V. König und Kaiser im deutschen Reich.
Er sah sich als Verteidiger der einen, der katholischen Kirche. In dieser
Eigenschaft unternahm er mehrere Versuche, den einheitlichen Glauben im
Reich wiederherzustellen: Nach dem Augsburger Religionsfrieden 1555 setzte sich die Reformation in breiterem Rahmen durch. Nach früheren Anfängen und einzelnen reformatorischen Ansätzen bekannte sich nun die Markgrafschaft Baden-Durlach mit den Herrschaften Hachberg, Rötteln und Sausenberg 1556 zum evangelischen Bekenntnis und führte die württembergische Kirchenordnung ein. Auch die Markgrafschaft Baden-Baden ging im gleichen Jahr zum Luthertum über, was allerdings nur von kurzer Dauer war. Ebenfalls nach dem Augsburger Religionsfrieden wurde in der Grafschaft Hohenlohe die Reformation durchgeführt. Zur gleichen Zeit begann jedoch auch die Gegenreformation. Sie wurde von Kaiser Ferdinand I. und geistlichen Fürsten nachhaltig unterstützt. |
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