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Nach dem Zeugnis von Julius Caesar ist der Name "Kelten" ein Sammelname
für zahlreiche Stammesgruppen. Sie wohnten seit dem 1. Jahrtausend v.
Chr. im westlichen Mitteleuropa. Die Zusammengehörigkeit dieser Stämme
zeigte sich in einer gemeinsamen Sprache. Zahlreiche Namen von Ortschaften,
die meisten Gewässernamen und viele Bergbezeichnungen in diesem einstigen
keltischen Kernraum erinnern bis heute daran: So haben beispielsweise
die Ortsnamen Kandern und Istein, die Flußnamen Neckar und Rems, die Bergnamen
Belchen und Blauen ihren Ursprung in der keltischen Sprache. In ihrem
gesamten Gebiet führten die Kelten den Gebrauch des Eisens ein. Sie verbesserten
die Technik der Erzgewinnung und Erzverarbeitung, die zuvor ihren Ausgangspunkt
im Vorderen Orient hatte. Mit Eisengeräten konnten keltische Menschen
die Felder besser bestellen, die Hausarbeit erleichtern, Handwerksarbeit
feiner ausführen. aber auch Waffen schärfer schmieden.
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Die obere Karte zeigt den ursprünglichen Siedlungsraum der Kelten in
Mitteleuropa. Von diesem Siedlungsgebiet breiteten sich die Kelten aus.
Man unterscheidet dabei zwischen vorgeschichtlicher Ausbreitung vor 500
v. Chr. und historischen Wanderungen danach.
Die vorhistorische Ausbreitung nach Westen und Norden auf die britischen
Inseln ist hellbraun eingezeichnet. Über sie geben nur Funde Auskunft.
Die historischen Wanderungen sind gelb eingetragen. Sie sind außer durch
Funde auch durch schriftliche Quellen belegt. Alle schriftlichen Kenntnisse
über die Kelten entstammen griechischen und römischen Schriftstellern.
Bei den Römern übrigens heißen die Kelten Gallier.
Einer der keltischen Heerhaufen stieß im 3.Jahrhundert v. Chr. in Griechenland
bis nach Delphi vor. Andere Gruppen unternahmen Züge weiter ostwärts.
Zeitweise gelang es ihnen, Byzanz, die Stadt am Ausgang des Schwarzen
Meeres, unter ihre Herrschaft zu bringen, so daß die Einwohner Tribut
zahlen mußten. Am weitesten nach Osten, nach Kleinasien. drang ebenfalls
im 3. Jahrhundert der keltische Stamm der Galater vor. Ihnen gelang es,
sich zwischen den kleinasiatischen Mächten eine Zeitlang zu behaupten.
Unter dem römischen Kaiser Augustus wurde ihr Gebiet die Provinz Galatia.
Diesen Galatern schrieb der Apostel Paulus nach einer Missionsreise um
52 n. Chr. einen Brief.
Mit den Römern waren Kelten auf ihren Wanderungen mehrfach und durch mehrere
Jahrhunderte in Kämpfe verwickelt. Keltischen Gruppen gelang es im 4.
Jahrhundert v. Chr.. Rom bis auf das Kapitol zu erobern. Später waren
sie der römischen Übermacht nicht gewachsen. Unter Julius Caesar verloren
die Kelten ihre Unabhängigkeit völlig. Caesar besiegte in seinen Feldzügen
58-50 v. Chr. die keltischen Stämme nördlich der Alpen, unter ihnen den
damals bedeutendsten Stamm, die Helvetier. Der römische Feldherr machte
es sich mit der geographischen Einordnung einfach: er bestimmte, daß die
Kelten links des Rheins. Germanen jedoch rechts des Rheins wohnten. Das
war nicht die Wirklichkeit, denn ein weiterer keltischer Stamm kam zur
Zeit des Augustus unter römische Herrschaft. Es waren dies die Vindeliker,
die zur Römerzeit der heutigen Stadt Augsburg (Augusta Vindelicorum) den
Namen gaben. Die Vindeliker lieferten den Römern auf dem Bodensee das
erste Seegefecht.
Die untere Karte zeigt anhand von Bodenfunden die beiden Hauptabschnitte
keltischer Kultur in Südwestdeutschland und der angrenzenden Gebiete.
Ur- und Frühgeschichtler teilen sie ein in die Hallstattzeit (8. bis 5.
Jahrhundert v. Chr.) und die La-Tène-Zeit (5. bis 1.Jahrhundert v. Chr.).
Die Hallstattzeit hat ihren Namen nach einem keltischen Gräberfeld bei
Hallstatt im Salzkammergut (Osterreich).
Monumentale Grabhügel mit reich ausgestatteten Gräbern und befestigte
Höhensiedlungen sind Kennzeichen dieser Zeit. Herausragende Fundorte in
unserem Land sind die Heuneburg mit dem Grabhügel Hohmichele an der oberen
Donau, die Siedlungsplätze um den Hohenasperg mit dem berühmten Grabhügel
von Hochdorf, ein Wohnplatz auf dem Breisacher Münsterhügel, ein Grabhügelfeld
bei Kappel-Grafenhausen und der riesige Grabhügel bei Villingen, der Magdalenenberg.
Wegen der reichen Ausstattung der Gräber, zum Teil mit Goldschmuck, werden
sie von dem Archäologen Fürstengräber genannt; die dazugehörigen Wohnplätze
erlangten die Bedeutung von Fürstensitzen. Diese keltischen Fürsten haben
mit den Völkern im Mittelmeerraum weitreichende Beziehungen unterhalten.
La-Tène ist ein wichtiger Fundort am Nordufer des Neuenburger Sees (Schweiz).
Im Verlauf des 5. Jahrhunderts ändert sich die Siedlungsweise und Bestattungsart
der Kelten.
Kleinere Hofgruppen und Flachgräber sind u.a. Kennzeichen der La-Tène-Kultur.
Ausgräber haben in Südwestdeutschland für diese Zeit bemerkenswerte weitflächige,
mit einem Wall umgebene Siedlungen gefunden, die von römischen Schriftstellern
"oppida" (Städte) genannt werden. Im Dreisamtal bei Freiburg ist dies
Tarodunum (Zarten), rheinabwärts von Schaffhausen Altenburg-Rheinau, zwischen
dem Neuffener Steinachtal und dem Lenninger Tal bei Grabenstetten der
"Heidengraben", bei Creglingen-Finsterlohr im Landkreis Tauberbischofsheim
eine keltische Volksburg sowie bei Breisach-Hochstetten eine Keltenstadt.
Neben der Eisenverarbeitung gab es bei den Kelten der La-Tène-Zeit ein
hochentwickeltes Kunsthandwerk, ein beachtliches Münzwesen und bemerkenswerte
Töpferei.
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