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Das Wappen des Landes
Wenn eine staatliche Behörde schriftliche Mitteilungen versendet verwendet
sie Briefbögen mit dem Landeswappen. Aufgedruckt ist das Landeswappen
auch auf den Schriften der Ministerien.
Eine besonders schöne Ausführung des Landeswappens ziert die Stirnseite
des Sitzungssaales im baden-württembergischen
Landtag in Stuttgart.
Der aufmerksame Betrachter unterscheidet zwei Wappen, das kleine und
das große Landeswappen. Im Landtag befindet sich das große Landeswappen,
ebenso auf den Briefköpfen der Ministerien. Nachgeordnete Behörden verwenden
das kleine Landeswappen.
Mit einem nüchternen Gesetzestext, den der Landtag am 3. Mai 1954 verabschiedete,
wurden die beiden Wappen beschlossen.
Gesetz über das Wappen
des Landes Baden-Württemberg
vom 3. Mai 1954
Der Landtag hat auf Grund von Art. 24 Abs. 2 der Verfassung am 28.
April 1954 das folgende Gesetz beschlossen, das hiermit verkündet wird:
§1
(1) Das Wappen des Landes Baden-Württemberg zeigt im goldenen Schild
drei schreitende schwarze Löwen mit roten Zungen. Es wird als großes
und kleines Landeswappen geführt.
(2) Im großen Landeswappen ruht auf dem Schild eine Krone mit Plaketten
der historischen Wappen von Baden, Württemberg, Hohenzollern, Pfalz,
Franken und Vorderösterreich. Der Schild wird von einem goldenen Hirsch
und einem goldenen Greif, die rot bewehrt sind, gehalten.
(3) Im kleinen Landeswappen ruht auf dem Schild eine Blattkrone (Volkskrone).
§2
Für die Gestaltung des Landeswappens sind die beigefügten Muster 1
und 2 maßgebend. Die Urmuster werden im Hauptstaatsarchiv Stuttgart
aufbewahrt.
§3
Die zur Durchführung dieses Gesetzes erforderlichen Rechtsverordnungen
und Verwaltungsvorschriften erläßt die Regierung. Sie kann diese Ermächtigung
weiter übertragen.
§4
(1) Das Gesetz tritt mit seiner Verkündung in Kraft.
(2) Zum gleichen Zeitpunkt treten die früheren Bestimmungen über Landeswappen
(Staatswappen) und Dienstsiegel außer Kraft.
Stuttgart, den 3. Mai 1954
Die Regierung des Landes Baden-Württemberg:
Dr. Gebhard Müller
Simpfendörfer
Dr. Frank
Fr.Ulrich
Leibfried
Hohlwegler
Fiedler
Farny
Dichtel
Dr. Werber
Das Landeswappen mit den drei schwarzen schreitenden Löwen auf goldenem
Grund war für die meisten Bürger etwas ganz Neues. Man hat nicht einfach
die Wappen von Baden und Württemberg zusammengezogen, wie im Wappen
von Württemberg-Baden (1945 bis 1952) und wie es mit dem Namen des
neuen Landes geschah. Denn es war nicht gelungen. für das neue Land einen
Namen eigener Prägung zu finden. "Schwaben", "Rheinschwaben" und "Alamannien"
fanden keinen Anklang bei der Mehrheit. So kam es zum "Bindestrich-Namen"
Baden-Württemberg.
Das Landeswappen greift mit den drei staufischen Löwen auf eine Zeit zurück,
als der Südwesten weithin von den Staufern beherrscht
war. Sie waren Herzöge von Schwaben, und sie hatten
Besitz in Ostfranken und in der Pfalz. Die drei Löwen waren auch im Wappen
des Königreichs Württemberg von 1817-1918 zu finden. Das Wappen des
neuen Bundeslandes verweist uns auf die Geschichte des südwestdeutschen
Raumes.
Schwarz und Gold sind die Landesfarben.
Der Bezug zur Geschichte wird noch deutlicher in der Wappenkrone des
großen Landeswappens. Herausgehoben in der Mitte stehen die Wappen der
wichtigsten Bestandteile des Landes:
Der rote Schrägbalken auf goldenem Grund ist das Wappen des ehemaligen
Landes Baden und seines Herrscherhauses. Daneben - an der nach der Wappenlehre
(Heraldik) weniger vornehmen Stelle - finden wir die württembergischen
Hirschstangen, die ebenfalls seit dem Mittelalter die Zeichen des Hauses
Württemberg sind.
Zum Ausgleich steht der Hirsch als württembergischer Schildhalter auf
der vornehmeren Seite dem badischen Greifen gegenüber.
Baden und Württemberg waren in der Vergangenheit nicht die einzigen Territorien
im deutschen Südwesten. Vier weitere Wappen in der Wappenkrone deuten
die geschichtliche Vielfalt dieses Gebietes an.
Der weiß-schwarz gevierte Schild von Hohenzollern gehört schon deshalb
hierher, weil Hohenzollern neben den beiden größeren Ländern bis 1945
eine Sonderstellung besaß.
Die drei silbernen Spitzen in Rot vertreten das einstige Herzogtum Ostfranken,
dessen Spuren in der Landschaft Hohenlohe zu finden sind.
Neben den württembergischen Hirschstangen steht der rot-gekrönte goldene
Löwe in Schwarz für die ehemalige Kurpfalz, zu
welcher das Land am unteren Neckar gehörte.
Der rot-weiß-rote österreichische Bindenschild erinnert an die einst vorderösterreichischen
Gebiete am Oberrhein und in Oberschwaben.
So bringt das große Landeswappen einerseits
die neue Einheit und andererseits die alte geschichtliche Vielfalt des
Landes zum Ausdruck.
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